Kreativität über die Fächergrenzen hinaus. Im Gespräch mit Dr. Ann-Christin Bauke und Dr. Maria Bucsenez

Maria Bucsenez und Ann-Christin Bauke

Maria Bucsenez und Ann-Christin Bauke
CC BY-NC DE 3.0 Kristina Petzold

50 Nachwuchswissenschaftler forschen seit Oktober 2013 neben ihrer Tätigkeit an den Ruhr-Universitäten in den vier Arbeitsgruppen des dritten Jahrgangs der Global Young Faculty zu unterschiedlichen Themenfeldern. Unterstützt wurden sie dabei bis Mitte Dezember 2014 von Dr. Maria Bucsenez als Projektmanagerin. Dr. Ann-Christin Bauke setzt diese Arbeit fort. Im Interview erklären die beiden, welche Aufgaben sie als Projektmanagerinnen erfüllen, was die Global Young Faculty besonders macht und warum ihre ‚Staffelstabübergabe‘ so gut funktioniert.

Katharina Graef: Maria, was sind Ihre Aufgabenbereiche bei der Global Young Faculty?

Dr. Maria Bucsenez: Ich betreue die Global Young Faculty als Projektmanagerin. Das heißt, dass ich mich vor allem um die organisatorischen Fragen kümmere. Das fängt an mit der Begleitung des gesamten Auswahlprozesses, mit der Organisation der Auftaktveranstaltung und dem bürokratischen Teil rund um die Finanzen. Der zentrale Punkt meiner Arbeit ist aber die Betreuung der Arbeitsgruppen. Ich bin bei den AG-Treffen dabei und unterstütze die AGs bei allen Dingen, die sie realisieren möchten wie zum Beispiel die Planung von Veranstaltungen oder die Durchführung eines Fotowettbewerbs.

KG: Welchen Aspekt schätzen Sie besonders an dieser Arbeit?

MB: Ich schätze sehr, dass es immer abwechslungsreich ist und ich mit vielen spannenden Menschen zusammen arbeite, die selber unglaublich motiviert und engagiert und dabei fachlich auch noch sehr gut sind. Es ist toll, dass das, was die Arbeitsgruppen auf die Beine stellen, einerseits thematisch sehr unterschiedlich ist und ich in viele verschiedene Bereiche gucken kann. Auf der anderen Seite ist es beeindruckend, was sie für unterschiedliche Aktivitäten machen – von Publikationen und Konferenzen über eine Performance oder ein Blog. Es ist interessant mitzubekommen, wie sich die jungen Wissenschaftler über ihre Fächergrenzen hinaus austauschen.

KG: Also reizt es Sie als Naturwissenschaftlerin auch, sich im Kontext der GYF mit Geistes- und Sozialwissenschaftlern auszutauschen?

MB: Ja, diesen interdisziplinären Ansatz finde ich besonders spannend, aber eben auch zu sehen, was aus einer ersten Idee alles entstehen kann. Für ein Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftler ist das relativ außergewöhnlich. Viele Programme geben fachliche Förderung oder fördern  bestimmte Projekte oder einen Gastaufenthalt. Das Überfachliche und Freie macht die GYF besonders. Und wir merken, dass die Wissenschaftler genau dieses Vertrauen schätzen.

KG: Sie sprechen mit einer großen Leidenschaft von der GYF, ihren Zielen und Ideen. Fällt es Ihnen schwer, sie jetzt an Ihre Nachfolgerin Ann-Christin Bauke abzugeben?

CC BY-NC DE 3.0 Kristina Petzold

MB: Ja, das ist schwer, denn wir sind gerade in einer Phase, in der viel entsteht, passiert und zum Abschluss gebracht wird. Ich hätte diesen Entwicklungsprozess sehr gerne bis zum Ende begleitet und werde die verschiedenen Projekte auf jeden Fall weiterhin mit verfolgen. Ich freue mich aber auch auf meine neue Aufgabe als Koordinatorin der Biologie-Lehramtsstudiengänge an der Uni Münster und den direkten Kontakt mit den Studierenden. Ich habe in den letzten 1 ½ Jahren viel gelernt, von dem ich bei meiner neuen Stelle sicherlich profitieren werde.

KG: Gibt es etwas, dass Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben möchten?

MB: Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir mehrere Wochen haben, um die Übergabe zu gestalten. Wir haben uns also viel ausgetauscht. Ich glaube sie weiß bereits sehr gut, wie die Arbeitsgruppen funktionieren. Ich glaube, meine Begeisterung für die Themen und das Projekt ‚Global Young Faculty‘ ist schon übergesprungen.

KG: Das klingt nach einer problemlosen Übergabe des Staffelstabs…

Dr. Ann-Christin Bauke: Ganz genau! Obwohl ich mich zu Beginn sogar gefragt habe, ob es nicht auch problematisch sein könnte, genau an diesem Punkt neu einzusteigen. Ich war ja bis jetzt nicht an den Vorarbeiten und dem Entwicklungsprozess der Projekte beteiligt und war mir deshalb unsicher darüber, ob ich den Gruppen überhaupt noch beratend zur Seite stehen kann. Die lange Übergangsphase mit Maria und der Kontakt mit den Arbeitsgruppen haben mich von dieser Sorge befreit. Ich denke, es ist vielmehr ein Vorteil, dass ich die Möglichkeit habe, die finalen Schritte zu begleiten – auch als Vorbereitung auf den folgenden Jahrgang.

KG: Sie haben bis jetzt als Biologin an der Uni geforscht. Wie sind Sie darauf gekommen, sich als Projektmanagerin bei MERCUR zu bewerben?

AB: Nach meiner Doktorarbeit im Bereich Neurobiologie an der Universität Münster habe ich entschieden, dass ich den wissenschaftlichen Karriereweg erst mal nicht mehr weitergehen, aber trotzdem nah an der Forschung arbeiten möchte. Während meiner Promotion habe ich gelehrt und verschiedene Projekte betreut; der kommunikative Aspekt hat mir dabei immer besonders viel Spaß gemacht. Deshalb gefällt mir auch der hohe Anteil von Kommunikation und Interaktion an meinen neuen Arbeitsbereichen sehr gut.

KG: Gibt es darüber hinaus noch Dinge, die Sie sich von Ihrer kommenden Zeit bei MERCUR und der GYF erhoffen?

AB: Vor allem viele neue Dinge zu lernen. Das hat zum Beispiel damit angefangen, dass wir im Rahmen dieses Blogs Webspace kaufen mussten – mit solchen Aufgaben hatte ich mich noch nie auseinandergesetzt und das finde ich spannend. Ich freue mich auf den Austausch mit jungen Wissenschaftlern, den Kontakt mit den Ruhruniversitäten und auf viele interessante Projekte.

Katharina Graef

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